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Lilli Tollkien
Mit beiden Händen den Himmel stützen
Eine Kindheit und Jugend im Berlin der 80er Jahre: authentisch, verletzlich, von poetischer Wucht; bewegend, voll unvergesslicher Bilder und von unvergleichlicher erzählerischer Überlebenskraft.
Lale wächst in einer Berliner Männer-WG auf. Ihre Erziehungsberechtigten schwanken zwischen Drogenexzessen und politischen Ambitionen, zwischen Partys und Hilfsprojekten in Nicaragua. Frauen werden wie Kleidungsstücke gewechselt, und jene, die sich darüber beschweren, als Verrückte und Spießerinnen abgetan. Ihre drogenabhängige Mutter und der naive, wegen politischen Banküberfällen einsitzende Vater sind ihr keine Hilfe. Sie muss sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen, mit Hilfe ihrer Frauenfreundschaften und ihres unstillbaren Dursts nach einem besseren Leben.
Lilli Tollkien, 1980 in Berlin geboren, begann verschiedene Ausbildungen und studierte unter anderem Regie und Musiktherapie in Berlin und Heidelberg. Sie arbeitete in sehr unterschiedlichen Berufen, etwa als Suchtberaterin in einer JVA, als Jobcoach und Ausstatterin. Neben ihrem heutigen Beruf als Schriftstellerin fotografiert sie. Ihre erste Kurzgeschichte erschien 2025 in der Anthologie „Eltern werden“ (Diogenes). „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ist ihr erster Roman.

Der Wein
Das im Buch beschriebene Berlin-der-80er-linksalternativ-Milieu lässt kaum „Wein“ als Assoziation zu und wenn überhaupt, dann als Aldi-Pappe. Letzteres würde wiederum den Ansprüchen von WEINLESEN mitnichten gerecht. Also sind wir bei der Weinauswahl einen Umweg gegangen, der es erlaubt feinen Wein mit linksalternativ ur-trotzkistischen Idealen zu verbinden.
